Karate-Training seit 2016 als Abteilung im SCU

Zur Stärkung des menschlichen Organismus, hat der gesundheitliche, psychische und physische Aspekt einen ebenso hohen Stellenwert, wie der rein kämpferische Bereich. Soziales Lernen, mit dem angestrebten Ziel der Ich- und Sozialkompetenz, ist auch Bestandteil des Unterrichts und kann verstärkt und gefördert werden. Angesichts der vielfältigen physischen und psychischen Anforderungen in unserer Leistungsgesellschaft, wird der Karateka näher an sein „Selbst“ herangeführt, wodurch er den Anforderungen des Lebens gelassener begegnen kann.

Das Shaolin-Kempo-Do beinhaltet als Grundlage den Drachenstil, der aus den Essenzen anderer Tierstile entwickelt wurde. Er dient der Verfeinerung des Geistes, der Tiefenatmung, der Stärkung von Knochen und Sehnen und der Kraftentwicklung.

Innerhalb des Drachenstils soll auch das Chi (Qi) geschult werden, denn der Schüler soll nicht nur lernen, die Kraft, die aus den Gliedmaßen kommt, zu nutzen, sondern ebenso, mittels besonderer Atemtechnik, diese Kraft zu steigern, um so innere Verspannungen durchbrechen zu können. Um das Wesen des Drachen näher zu beschreiben, kann man ihn am besten mit einer Katze vergleichen. Die Katze ist geschmeidig, beweglich und greift in blitzschneller Art und Weise ihre Gegner an. Die Motorik ist so koordiniert, dass sie zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt in sämtliche Richtungen reagieren kann. Im Drachenstil sind harte, kräftige und weiche, geschmeidige Bewegungen miteinander verbunden.

  • Am Anfang steht das Konditionstraining, das sich beispielsweise durch Laufen, Liegestütze, Rumpfbeugen, Abhärtung und Dehnung auszeichnet. 
  • Ein wichtiger Bestandteil sind die statischen Übungen. Darunter versteht man verschiedene Bewegungen, die langsam und unter Krafteinsatz mit einer angepassten Atemtechnik durchgeführt werden. Während der gesamten Ausführung der statischen Übungen steht der Ausübende immer in einer breiten und tiefen Stellung. Es zielt auf den Aufbau von Muskeln, Sehnen, Atmung, Konzentration, Spannung – Entspannung und Kondition. In diesem Sinne kann das statische Training, welches die äußere Kraft trainiert, als Wegbereiter für die innere Kraft angesehen werden.
  • Den nächsten wichtigen Pfeiler bilden die sogenannten Grundtechniken.  Diese implizieren die Vermittlung einzelner Schläge, Stöße, Tritte und Grundstellungen mittels Konzentration auf Kraft und Atmung. Dem Schüler soll hierbei der richtige Punkt für Schläge und Tritte vermittelt werden, was bedeutet, dass er lernt, den Körper in dem Moment kurz anzuspannen, in dem die Kraft gebraucht wird und nicht früher oder später.
  • Eine weitere Säule bilden festgelegte Partnerübungen und freie Selbstverteidigungstechniken. Hier lernt der Schüler, die erworbenen Fähigkeiten am Partner einzuüben. Diese Übungen werden mit starker Konzentration und Selbstkontrolle ausgeführt, da der Partner nicht verletzt werden soll.
  • Das nächste Element sind verschiedene Bewegungsabläufe, die z. B. einen imaginären Kampf gegen mehrere Gegner darstellen. (Kata)
  • Die letzte Stufe des Shaolin-Kempo-Do, welche nur fortgeschrittenen Schülern vorbehalten ist, ist der Umgang mit verschiedenen Waffen und der Freikampf (Kumite).

Der Lernprozess des Karatekas sollte ein von Interesse getragenes Üben sein, welches eng an die geistigen Zusammenhänge geknüpft ist. Auf diese Art werden praktische und theoretische Elemente miteinander verbunden. Jedes Kampfkunstsystem ist eine Sache der richtigen Distanz und des richtigen Zeitpunktes (Timing). Diese beiden normalerweise untrennbaren Eigenschaften werden nur in Übungen mit einem sich bewegenden Partner erworben. Dabei ist die individuelle Reaktionsfähigkeit ein entscheidender Faktor.

Unser Training:

 

 

Fotos Gerold Meppelink

September 2022  Norbert Bechthold